Neuzeit, Mittelalter, Frühmittelalter
In der Neuzeit und dem Mittelalter liefern archäologische Untersuchungen Informationen, die nicht in schriftlichen Quellen festgehalten sind.
Am Beginn des archäologischen Rundganges durch die Innenstadt Heilbronn steht ein neuzeitliches Fundstück. Auf dem so genannten Landerergelände zwischen Deutschhof und Götzenturm wurde 1988 bei den Bauarbeiten für die Tiefgarage ein „industrie-archäologisches“ Dokument geborgen: ein Löffel aus Apalka (Neusilber) mit Fadenmuster. Dieses Muster wurde von der Silberwarenfabrik Bruckmann seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis zur Liquidation der Firma Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hergestellt. Ohne weitere Funde lässt sich nicht entscheiden, aus welcher Zeit der Löffel stammt. Damit steht er stellvertretend für alle archäologischen Funde, die ohne Zusammenhang und sorgfältige Dokumentierung nur eingeschränkt Aussagen liefern können.
Die wichtigste Ausgrabung in der Heilbronner Innenstadt wurde 1961 durchgeführt. Bedeutendstes Fundstück ist ein Lederschuh, von dem sich in einer Gerbergrube größere Stücke erhalten haben, die eine Rekonstruktion möglich machten.
Aus fränkischer und alamannischer Zeit werden Grabbeigaben aus verschiedenen Stadtteilen und der Innenstadt gezeigt. Nur die Ruhestätte eines fränkischen Reiters aus dem Ende des 6. Jahrhunderts wurde fachgerecht untersucht und dokumentiert. Auch das Skelett konnte anthropologisch untersucht werden.
Ein bedeutender Fundplatz in der Heilbronner Innenstadt ist der Rosenberg außerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung, auf dem bei Bauarbeiten der Brauerei Cluss Ende des 19. Jahrhunderts wertvoller Schmuck und Waffen aus der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts gefunden wurden. Die meisten Stücke des 1935 eingerichteten Alfred-Schliz-Museum wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört.
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