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Geschichte des Deutschhofs

Der historische Deutschhof, bis heute ein abgeschlossenes Quartier im Herzen der Stadt Heilbronn, beherbergt in seinem Gebäudekomplex die Sammlungen der Städtischen Museen. Seine Entstehung geht auf die 1225 gegründete Heilbronner Kommende des Deutschen Ordens zurück. Innerhalb der Stadtmauern war der Ordensbesitz mit dem Deutschhof und dem Deutschordensmünster St. Peter und Paul ein eigenes Herrschaftsgebiet.

Zwischen 1712 und 1718 erfolgte der großzügige Ausbau des Quartiers. Eine barocke Flügelanlage mit weiträumigem Innenhof entstand nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Heinrich Behringer (1651/52 – 1716). Mit der Säkularisation und den napoleonischen Koalitionskriegen ging 1803 nicht nur die Reichsstadt Heilbronn an Württemberg über, sondern 1805 auch der Deutschhof, die bis dahin unangetastete katholische Enklave. Von 1805 bis 1850 wurde die Anlage als Kaserne genutzt, anschließend als Sitz von Land- und Schwurgericht. Bis 1877 befand sich hier auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde Heilbronns. Bei einem Luftangriff im Dezember 1944 wurde das Deutschhofareal bis auf die Umfassungsmauern zerstört.

Ab den 1950er Jahren wurde die Anlage in ihrer äußeren Form wiederhergestellt. Das Stadtarchiv zog 1976 in den Deutschhof ein, und seit 1991 präsentieren die Städtischen Museen Heilbronn ihre Sammlungen im Nord- und Südflügel des Gebäudekomplexes. Zusammen mit der Volkshochschule bilden diese Einrichtungen das Kulturzentrum Deutschhof.


Abb: Blick in die Deutschhofstraße
Deutschhoffassade um 1823, Lithografie (Gebr. Wolff, Heilbronn)